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anwendungsszenario

"das museum der zukunft kommt zu den menschen"
frank hartmann

das mobiltelefon ist zu einem selbstverständlichen begleiter geworden und somit auch zu einem gewohntem eingabegerät und kommunikationsmittel. zudem verfügen aktuelle geräte über den datenübertragungsstandard bluetooth und digitalkamera. es liegt also nahe, das mobiltelefon als interaktionsgerät für meine arbeit zu nutzen.
die rechenarbeit leistet ein powerbook, dass sich im rucksack des benutzers befindet. an diesem ist eine gps-maus angeschlossen um den aktuellen standpunkt und somit die ortsrelevanten daten zu ermitteln. als anzeigegerät dient eine sony glasstron seethrough brille. man sieht durch diese brille seine umwelt leicht abgedunkelt wie mit einer sonnenbrille. die virtuellen objekte werden auf diese transparenten brillengläser projiziert und vermischen sich mit der realen sicht. eine kamera an der brille dient als videotrackingsystem, analysiert die umwelt und registriert relevante objekte.

mit diesem equipment begibt sich der benutzer durch die stadt. auf dem mobiltelefon können die verfügbaren statistiken für das gebiet oder den stadtteil abgerufen werden. in diesem beispiel ist es die bevölkerungsstruktur des stadtteils. sobald diese statistik aus dem menü gewählt wurde, wird der nutzer aufgefordert, personen oder objekte zu bestimmen, mit denen die daten visualisiert werden sollen. dazu fotografiert er mit der kamera des mobiltelefons menschen in seiner umgebung, die für ihn die bevölkerungsgruppen repräsentieren, z.b. ein kind, einen jugendlichen, eine erwachsene und eine alte frau. diesen akt bezeichne ich als digitales auflesen.
aus den segmentierten daten werden nun in echtzeit grafiken errechnet. über die brille wird die bevölkerungsstruktur direkt in das sichtfeld projiziert. die ausgewählten personen werden zu lebendigen informationsgrafiken, die stadt zum informationsraum in dem sich der benutzer bewegt und er selbst ein teil dessen ist.

das szenario muss sich aber nicht auf den visuellen eindruck beschränken. der nutzer kann soweit gehen, dass er die informationsgrafiken - die realen menschen - anspricht und versucht persönliche eindrücke zu deren situation und deren sicht der statistik zu erfahren. dies erschließt möglichkeiten der informationsgewinnung, die keine künstliche intelligenz und kein digitaler agent in den nächsten jahren leisten kann.

dieses szenario wird in der nahen zukunft weit weniger exotisch wirken und so selbstverständlich wie das surfen im web sein. mobiltelefone werden über die nötige rechenleistung verfügen und die ar-technik wird bilder auf die menschliche netzhaut projizieren können.