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Digitale Informationsarchitektur:
Gestaltung von Informationen in digitalen Medien

Soziodemographische Daten:
Beschreibung des Zustandes und der Veränderung von Bevölkerung und Bevölkerungsteilen mit statistischen Methoden

Erweiterte Realität:
Augmented Reality - eine Mensch-Maschine-Schnittstelle bei der der Benutzer Informationen direkt ins Sichtfeld eingeblendet bekommt


vorwort

"We think that there are other things more worth using our skill and experience on."
First Things First Manifesto, 1964

als otto neurath anfang des jahrhunderts das eindimensionale wissen aus büchern in zweidimensionale bildstatistiken umsetzte, experimentierte er mit allen medien, die ihm in dieser zeit zur verfügung standen. durch die zweidimensionalität von druckbögen und schautafeln veranschaulichte er beziehungen, zeitliche entwicklungen und konstellationen, die mit reinem text seinem publikum nur schwer vermittelbar gewesen wären.

von den möglichkeiten, die uns heute zur verfügung stehen, konnte er damals nur träumen. mit film, interaktiven medien, internet, mobilen informationssystemen, erweiterter und virtueller realität ist die bandbreite an codierungsformen für informationen immens gewachsen. an einer realisierung seines konzepts des museums der zukunft sind wir deshalb heute technisch näher denn je.

die diplomarbeit "digitale informationsarchitektur" untersucht die möglichkeiten für die informationsvisualisierung, die durch das neue medium der erweiterten realität (augmented reality - ar) entstehen. das ergebnis der diplomarbeit ist eine studie zur verorteten und objektbezogenen visualisierung von statistischen daten in der erweiterten realität.

es wird geprüft, in wieweit traditionelle gestaltungsmöglichkeiten in diesem medium noch gültig sind und welche neuen möglichkeiten sich erschließen oder noch gefunden werden müssen. der informationsraum ist hier nicht mehr als eine externe zweidimensionale projektionsfläche zu sehen, sondern der betrachter wird teil des informationsraums. in experimenten wird untersucht, wie interaktion in einer solchen umgebung funktionieren kann.

ich habe mich bewusst dafür entschieden, bei meiner diplomarbeit den fokus auf soziodemographische inhalte zu setzen. wir gestalter haben die gesellschaftliche verantwortung uns mit diesen themen zu beschäftigen. otto neurath und gerd arntz taten dies anfang des letzten jahrhunderts, ken garland zusammen mit 22 designern in seinem first things first manifesto 1964, das im jahr 2000 erneuert wurde.